Csorna Stadt

 

Die Lage und die Rolle der Stadt    
     
Csorna liegt in Westungarn, am Treffpunkt von Rábaköz und Wasen (Hanság). Seine günstige Lage wirkte positiv auf die Entwicklung der Stadt aus. Die Rolle der Siedlung in der Region verstärkte, daß der Prämonstratenserorden gegen 1180 ein Kloster in der Stadt gründete. Im Jahre 1226 wird die Siedlung das erste Mal in einer Urkunde erwähnt. Das Kloster des Ordens wurde irn Zentrum der Siedlung gebaut, so bestimmte es die Entwicklung der Stadt. Das Gebiet Rábaköz - mit dem Sitz von Csorna - wurde von dem 13. Jahrhundert an lange mit der Leitung eines Vizegespans als selbständiges Komitat anerkannt. 1393 bekamen die Prämonstratenser zuerst vorn König Zsigmond (Sigismund), der auch deutsch- römischer Kaiser war, Beglaubigungsrecht mit einem im ganzen Land glaubwürdigen Siegel, und später, im Jahre 1520, vom Ludwig dem Zweiten (II. Lajos) Jus gladii. Eine 1450 geschriebene Urkunde erwähnt Csorna schon a1s Oppidum, Marktflecken.  

Mandelförmige Petschaft

"Margit" Krankenhaus

  Im 19. Jahrhundert wurde die administrative Rolle der Stadt als Kreissitz manifestiert. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ist die Siedlung schon ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Die ersten Industriebetriebe (Dampfmühlen, Ziegelfabriken) erschienen, die ersten Geldinstitute wurden gebaut. Mit der Entwicklung des Kapitalismus verstärkte sich die wirtschaftliche Rolle der Stadt. Anfang des 20. Jahrhunderts, auf das Wirtschaftswachstum bauend, gründete man die Institute der modernen bürgerlichen Welt. Die Rolle der lokalen Presse konsolidierte sich, das Vereinsleben erlebte einen Aufschwung. Auf den Beginn des ersten Weltkriegs wurde der große Traum der Bürger von Csorna das "Margit" Krankenhaus gebaut.

Zwischen den zwei Weltkriegen erhöhte sich die Zahl der Einwohner noch weiter. Zuerst wurde die Bürgerschule für Jungen, später eine für Mädchen, und im Jahre 1938 eine Wirtschaftsschule eröffnet. 1930 begann in der Stadt die Re1igionswissenschaftliche Hochschule des Prämonstratenserordens ihre Tätigkeit. Die auch noch heute stehenden öffentlichen Gebäude wurden fertig: das Gemeindehaus, das Stuhlrichteramt, das Kreisgericht, das Steueramt. 1938 wurde die damalige größte Kirche des Landes, die noch immer moderne Pfarrkirche "Jézus Szíve" gebaut.

Nach dem zweiten Weltkrieg folgte der Herausbildung der Großwirtschaft die Industrieansiedlung, und damit begann von 1960 an eine immer schneller werdende Entwicklung. Anhand der erzielten Ergebnisse erk1ärte 1971 der Präsidialrat (Elnöki Tanács) des Landes Csorna für eine Stadt. Heute ist die Stadt der Sitz der Regionalen Entwicklungsvereinigung der Siedlungen von Rábaköz-, Tóköz-, Hanságmente (Rábaköz-, Tóköz-,Hanságmente Településeinek Regionális Fejlesztési Társulása), der sich schon 35 Siedlungen

 

Pfarrkirche "Jézus Szíve"

     
Bildung und Kultur    
     
In Csorna befinden sich viele Schulen. In den Grund- und Mittelschulen un in den Kunstgrundschulen wurden im Schuljahr 2000/2001 etwa 3000 Schüler von mehr als 250 Lehrern unterrichtet. Den Kindergarten der Stadt besuchten 363 Kinder. Mit den Kindern beschäftigten sich 32 Kindergärtnerinnen und eine Logopäde. Csorna hat heute 3 Grundschulen, 2 gehören zur Stadtverwaltung, eine ist Privatschule (katholisch). Die 3 Schulen besuchen 1452 Schüler. Es gibt zwei Institute, die sich mit Kunstbildung beschäftigen. Die eine ist die Musikschule, in der in 7 Fachrichtungen (Blockflöte, Flöte, Gitarre, Cello, Geige, Trompete, Klavier) Unterricht stattfindet. Im September 1999 wurde die Volkstanzgrundschule eröffnet. Die Schiller können hier 8 Jahre lang in 4 Wochenstunden Volkstanz lernen.  

Volkstanzgrundschule

Die Csukás Zoltán Landwirtschaftliche Fachmittelschule

  Die Stadt hat auch 3 Mittelschulen. Die eine, ist die Csukás Zoltán Landwirtschaftliche Fachmittelschule. Sie bildet für die Landwirtschaft Fachleute mit Abitur aus, daneben noch Facharbeiter, in drei Fachbereichen: Landwirtschaftstechniker, Landwirtschaftsmechaniker und Mechanikerfacharbeiter. Die Schule verfügt über eine Lehrwirtschaft, die aus einem mehr als 100 Hektar großen Ackerfeld, einem Garten, Lehrwerkstätten und einem Stall besteht. Die andere Mittelschule ist das Hunyadi János Gymnasium und die Fachmittelschule, hier findet einerseits Gymansialunterricht, und daneben pädagogische und wirtschaftliche Fachmittelschulausbildung statt. Im Fernunterricht können hier auch Erwachsene Abitur machen. Seit 1996 können die Schüler an einer Maschinenschreiben- und Textverarbeitungsfachausbildung teilnehmen. Die Schüler werden auf verschiedene Informatikprüfungen vorbereitet. Die Berufsschule 408 bildet folgende Facharbeiter aus: Lebensmittelverkaufer, Dreher, Maschinenschlosser, Maurer, technische Referenten, Damenschneider, Maler.
Die Mittelschulen besuchten im Schuljahr 2000/2001 insgesamt 926 Direktschüler und 189 Fernschüler.
Eine der öffentlichen Sammlungen der Sied1ung ist das Csorna Museum. 1969 wurde es eröffnet, am 15. Juli 1990 wurde es ein selbständiges Heimatmuseum. Das Institut sammelt und stellt die historischen und ortographischen Schätze der Stadt und des Gebiets Rábaköz vor.
Die andere offentliche Sammlung von Csorna ist die Stadtbibliothek. Sie verfugt über 59134 Dokumente, diese sind: Bücher, Zeitschriften, Mikrofilme, Schallplatten, CD-Platten, Kassetten, Videokassetten.
 

Die Stadtbibliothek

Eine Stickerei aus Rábaköz

Die Volkstanzgruppe "Pántlika"

  Das Bildungszentrum organisiert Konzerte, Theateraufführungen, populärwissenschaftliche Vorträge, Musikprogramme, Staatsfeste und sonstige städtische Veranstaltungen. Hier findet man aber auch viele selbsttätige Kulturgemeinschaften: es gibt hier einen Chor, Filmklub, Seniorenklubs, verschiedene Zierkel.

Das Programm "Rábaközi Napok" ist die bedeutendste Kulturveranstaltung im Leben der Stadt. Im Rahmen dieses Programms stellen sich die Volkstraditionen bewahrenden Gruppen vor, die Arbeiten der Volkskünstler, die Werke der Künstler der Stadt und die Produkte der lokalen Firmen werden ausgestellt, und das ergänzen noch weitere Unterhaltungsprogramme.
Eine neue Initiative ist die Kunstaustellung im Herbst (Õszi Tárlat), wo die Künstler der Stadt ihre neuesten Werke ausstellen können. In ganz Ungarn ist die Volkstanzgruppe "Pántlika" bekannt und anerkannt, die die Traditionen der Volkskultur pflegt, und Tänze aus dem ganzen ungarischen Sprachraum vorführt, aber einen besonderen Wert auf die Tänze von Rábaköz und Szigetköz legt. Sie treten sowohl in Ungarn als auch im Ausland oft auf, ihre Erfolge zeigen viele Preise.

     
Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten    
     
Auf dem Hauptplatz der Stadt steht das bedeutendste Baudenkmal von Csorna, das Gebäude der Prämonstratenserpropstei mit der damit zusammengebaute Kirche. Das erste Kloster und die Kirche wurden sicher schon Ende des 12 Jahrhunderts und Anfang des 13 Jahrhunderts gebaut. Das erste Gebäude brannte im Jahre 1790 nieder. Der Neubau wurde auf 1808 beendet. Sein Stil ist Spätbarock mit klassizistischem Einfluss. Aus der Fassade erhebt sich ein Mittelrisalit. Das ist der schönste und betonteste Teil des Gebäudes. Vom Eingang rechts steht in der Kirche das Denkmal von Sankt Norbert, links steht das von Sankt Augustin. In der nördlichen Mauernische der Kirche finden wir eine andere Sankt Augustin Statue, und auf dem Bogen des Gartentors eine Sankt Michael Gruppe. Jede Statue wurde in der zweiten Hälfte des 18 Jahrhunderts gemacht.  

Prämonstratenser-Ordenhaus

Relief des Hl. Michael

  Die westliche Fassade der Prämonstrasenserkirche ist in das Ordenhaus eingebettet. An der östlichen Fassade, hinter dem Chor steht der Turm. Wenn wir die Vorkirche betreten, sehen wir ein aus der Gründungszeit stammendes Relief, das einen in der Hand eine Schriftrolle haltenden Engel oder Sankt Michael darstellt. Die andere Dekoration der Vorkirche ist die 1828 gemachte Pieta-Statue. Den Barockhauptaltar besitzt die Kirche seit 1780. Das Altarbild stellt Marias Himmelfahrt dar. Vom Hauptaltar 1inks steht der Propstthron, über dem Thron hängt das Wappen der Propstei, der Triumph von Sankt Michael.
Auf dem Nebenaltar links findet man das Bi1d "Mohrin Maria". Es nennt man wegen der dunklenbraunen Hautfarbe so. Das ist vielleicht eine Variante des Gnadenbildes von Czestochowa.
In der Auskragung des Sankt István Platzes befindet sich die Pfarrkirche "Jézus Szíve", die gegen ihr junges Alter schon unter Denkmalschutz steht. Sie wurde zwischen 1936-38 gebaut. In seinem Stil kann man den Einfluss der ita1ienischen Schule der modernen Architektur fühlen. Vor uns steht ein aus Rechtecken zusammengesetztes Gebaude.

Auf der Südseite des Platzes Sankt István findet man eine Palastreihe. Die mehrstöckige Häuserreihe wurde Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Die wertvollsten Teile der Häuserreihe sind die Eckengebäude des östlichen und westlichen Randes.

 

Die Palastreihe

Sankt Florian, Sankt Donatus, Sankt Sebastian, Maria und Kleinkind Jesu

  Eines der ältesten öffentlichen Denkmäler der Stadt ist das aus 1757 stammende Maria Denkmal an der Kreuzung der Honvéd und Bartók Béla Straße. Aus der würfelartigen Unterlage erhebt sich ein reichverzierter, nach oben immer schmäler werdender Rokokopfeiler. Auf dem Pfeiler gibt es ein breiteres Kapitell, darauf die auf dem Globus stehende Maria, mit dem Kleinkind Jesus.

Nach der Restaurierung -im Herbst 2001 - wurde die Maria-Säule aus dem Jahre 1780 vor die Pfarrkirchel "Jézus Szíve" gestellt. Auf der hohen mit Haartlechten verzierten Unterlage befinden sich Sankt Florian, Sankt Donatus und Sankt Sebastian. Von ihnen erhebt sich eine gekehlte Säule, oben ist die sitzende Maria, und in ihrern Arm das Kleinkind Jesu.

Der 13. Juni wurde in Csorna gefeiert, seitdem die Friedhofskapelle zur Ehre von Sankt Anton von Padua errichtet wurde. Nach der Schlacht bei Csorna am 13. Juni 1849 - Antontag-wurde es ein sehr wichtiger Feiertag in der Siedlung, von dem 150. Jubileum an gedenkt man dieses Eregnisses jedes Jahr in der Stadt.
Es ist kein Zufall, daß im Wappen der Siedlung auch Sankt Anton zu sehen ist. Auf die Helden der Schlacht und den siegreichen Feldherrn, den General Kmety György lenken Statuen, Gedenksäulen, Gedenktilfeln in der ganzen Stadt die Aufmerksamkeit.
 
  An der zu Csorna gehörenden Erdinsel erreichen wir den Fertõ-Hanság Nationalpark. Einer der Schauplätze des Parks ist die Eszterházy-Vogelwarte. Im Gebäude kann man die Vogelfauna, die vielen Insekten- und Schmetterlingsarten von Hanság (Wasen) besichtigen. Neben der Ausstellung können wir noch die Landschaft bewundern, wir können ihre Schätze, Werte entdecken. Eine einzigartige Attraktion ist der streng geschützte Erlenwald, der aus Erlenbäumen mit Stützwurzeln besteht, und der Rest der ehemaligen berühmten Erlenwälder von Hanság ist. Von den hier lebenden Tieren kann man am leichtesten die im ganzen Jahr im Freien gehaltene Büffelherde, und die aus 287 Rindern bestehende Viehherde beobachten.